Fortschritte in Pengo

Auch 2019 ist hier viel passiert, wir haben das dritte-Bettenhaus fertig gebaut und mit viel Glück haben wir bis Ende des Jahres ein Waschhaus für die Mädchen ( Danke Franky aus Luxemburg). Auch wollen wir eine Toilette (5 Löcher mit einer Sickergrube) für die Mädchen und noch ein Schlafsaal für Jungs  fertigstellen (gespendet von Svend und Regina).

Bei unserem jährlichem Besuch in Pengo waren dieses Mal Claudia und Thomas dabei, die einen großen Teil der Schulspeisung übernommen haben und mal die Gelegenheit nutzen wollten, sich das Projekt näher anzusehen.

Nach fast 24 Stunden Anreise sind wir mit 11 Gepäckstücken in Ukunda gelandet und brauchten 2 Autos bis zum Hotel. Wie immer mussten Stoffe, Nähutensilien und Süßigkeiten besorgt werden, bevor wir uns auf den Weg zu Schule machten. Da es viel geregnet hatte war die „Straße“ so schlecht wie nie und wir mussten trotz Allradantrieb aussteigen, um die Hügel zu überwinden. Dafür war eine provisorische Brücke kurz vorm Ziel repariert worden und wir mussten nicht durch den Fluss fahren.

Pünktlich zur Verabschiedung der Kindergarten-Kinder trafen wir ein und halfen ordentlich mit, ihnen Abzeichen anzuheften, Kekse und Getränke zu verteilen.  Ab Januar beginnt der Ernst des Lebens, denn dann kommen sie in die erste Klasse.

Einen neuen Lehrer gibt es auch, er ist IT Spezialist und soll die von der Regierung gespendeten Tablets erklären.
Wir haben wieder einen Kinoraum eingerichtet, ein Spannlaken war dieses Mal die Leinwand – für das nächste Mal kaufen wir einfach mal weiße Farbe und einen Pinsel.
Zum Mittagessen gab es wie jeden Tag Ugali ( Maisbrei) mit Bohnen und wir stellten fest, das einzige, was die meisten Kinder zur Schule mitbringen ist ein Plastikteller für das Mittagessen. Es ist verdammt heiß und anstrengend, Ugali mit einen Plastikbecher aus dem riesigen heißen Topf zu kratzen und auf die Teller zu schmieren auch ist es wichtig nicht zu viel zu verteilen – denn es muss für alle reichen, und das sind mehr als 500 hungrige Mäuler und ihre einzige warme Mahlzeit am Tag.

Da es der vorletzte Schultag war durften die Kinder spielen und die Lehrer waren damit beschäftigt Zeugnisse zu schreiben – nur die 8.Klasse, die vom -29.-31.10. Examen hatte, musste lernen.

Wir haben die Gelegenheit genutzt und alle Kinder mit zerrissenen Schuluniformen eingesammelt, zur Berufsschule gebracht und die Näherinnen-Lehrlinge gebeten, die Uniformen zu reparieren oder neue zu schneidern. Dafür bezahlen wir ihnen noch ein Monat, bis Ende des Halbjahres- eine Mahlzeit am Tag.  denn die Schulspeisung setzt jetzt bis Anfang Januar aus. Auch müssen wir dringend mal etwas für die Unterbringung der Studenten und Studentinnen tun. Die Jungs schlafen im alten Kuhstall auf dem Boden und die Mädchen liegen in der Bibliothek ebenfalls auf Matten auf dem nackten Beton -Betten müssen her. Leider sind die Metallbetten sehr teuer und wir versuchen jetzt mit einer anderen Berufsschule, die Tischler ausbildet, welche zu bestellen. Oder hat einer/ eine von Euch Lust, hier mal einen richtigen Holzworkshop durchzuführen?

Auch haben wir Bakari und seine Mutter ( unsere Köchin) besucht. Er hat letztes Jahr die Grundschule abgeschlossen, eine sehr gute Punktzahl erreicht, aber leider kann seine Mutter die Highschool nicht bezahlen- deshalb hat der Verein die Hälfte vom Schulgeld übernommen. Bildards Fall ist identisch allerdings hat er auch noch einen Vater und 6 Geschwister. wir haben von beiden die Zeugnisse kopiert und ihnen noch Lernbücher für die Ferien gekauft.

Wir 4 haben im Volontärhaus geschlafen und sind schon um 6 Uhr von lauten Kinderstimmen geweckt worden. Jeder holt sich Frühstück und wäscht sich, dann wird die Uniform angezogen – was nicht wirklich nötig war – denn es war der letzte Schultag und wir haben ein Fest geplant. (Finanziert von den Weinfestspenden )

Dieses Mal wurde wieder eine Kuh geschlachtet und Thomas und Detlef schauten zu und überwachten auch, dass sie in der Küche landete und nicht in jemands Tasche. Den Koch, der uns immer am Strand versorgt war auch schon da, er ist ein Spezialist für Hochzeitsessen und brachte viele Gewürze mit. Es gab Pilau und zwar richtig viel für alle Schüler, Lehrer und Eltern. Allerdings mussten mal wieder viele Reden gehalten werden und jede Klasse hat etwas aufgeführt von Tanz über Gesang und Sketche gab es alles. Verglichen zum letzten Jahr ein großer Fortschritt. Wir haben angekündigt, dass wir den besten Jungen und das beste Mädchen aus der Abschlussklasse 8 fördern wollen und ihnen die Hälfte des Schulgeldes erstatten. Mal sehen wer es dieses Jahr wird.

Während die ersten 3 besten Schüler und Schülerinnen jeder Klasse von uns einen Muffin bekamen, haben sich die kleinsten schon die Teller vollgeladen. Immerhin war es schon 14 Uhr und statt um 10 Uhr wie geplant wurde erst um 12:30 mit der Party begonnen. Spiele mussten wir leider absagen, da es regnete und wir etwas Sorge wegen der Rückfahrt auf einer schlammigen Straße hatten. Der Koch fuhr mit und war total erschöpft vom Umrühren der großen Töpfe und schlief nahezu sofort ein trotz des enormen Gerüttels.

Ein Tag Pause und ab zum Strand mit der 7ten Klasse und allen die in der Schule schlafen ( Borders).
Leider hat das Wetter nicht mitgespielt und selbst das Brennholz zum kochen war zu nass. Den Kindern war es egal und sie stürmten Richtung Meer. Was wir nicht wussten war, dass es dort zu viele Seeigel gibt und obwohl wir sie sofort zurückgepfiffen hatten, waren die Stacheln bei 4 Kindern in Händen und unter den Füßen eingedrungen. Und nirgends eine Pinzette. Mit der Sicherheitsnadeln wurden sie gequält bis Suleiman Rasierklingen brachte. Auch keine Lösung aber irgendwie waren unsere Patienten wieder verschwunden. Die vielen Wasserbälle ( danke Maya und Holger) waren der Hit, fast jeder hat somit eine Schwimmhilfe. Wir fanden es wirklich frisch und wir hoffen die Kinder haben nicht zu sehr gefroren. Unser berühmter Koch hat Pilau dieses Mal mit Huhn und Tomatensalat gemacht und es hat allen geschmeckt Zum Nachtisch die obligatorische Banane.

Unser diesjähriger Ausflug mit der Berufsschule ging zu einer Versuchsfarm nördlich von Mombasa. Also alle Mann in den Schulbus und dann ab in den Stau vor der Fähre-  2,5 Stunden haben wir gewartet.
Viel zu spät und wirklich hungrig ( die Schüler sind um 6 Uhr losgelaufen bis an die Hauptstraße, um den Bus zu bekommen) haben wir erst Vorträgen gelauscht und dann einige Pflanzen und Kühe bestaunt. Eigentlich wollten wir noch alle an den Strand, aber als wir wieder hinter der Fähre ankamen war es bereits 13 Uhr und Essen war wichtiger. Wir mussten uns auf 2 Restaurants aufteilen, da mit knapp 60 Personen ( Suleiman und ein paar Lehrer hatten ihre Familien mit) wir einfach zu viel waren. Die Berufsschüler orderten teilweise 2 Portionen und es war das erste Mal, dass alle wirklich satt wurden. Zum Abschluss habe wir noch Lebensmittel für den nächsten Monat gekauft ( der Transport kostet uns sonst fast 80€ und so konnten wir alles in den Bus packen), bevor wir wieder ins Hotel und der Bus nach Pengo fuhr. Nicht so spannend wie die Nähfabrik, die wir letztes Jahr besucht haben, aber immerhin etwas Abwechslung zu dem grauen Schulalltag. Jetzt nähen die Mädels wieder Uniformen und die Jungs bauen den Waschraum fertig. Wir brauchen keinen fremden Bauarbeiter mehr!!

Thomas und Claudia untersuchten noch unsere Tanzlehrerin, die eine sichtbar vergrößerte Schilddrüse hat. Wir schicken sie noch einmal zur Blutabnahme um die Diagnose 100% zu bestätigen und dann bekommt sie Tabletten und Fernunterstützung.

Alles in allem war es ein zwar kurzer, aber intensiver Besuch in Pengo und ja, wir wünschen uns endlich Volontäre!!!

und nun gibt es Bilder:

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Ein Kommentar

  1. Oh ich bin begeistert,was vom letzten Jahr bis jetzt schon wieder geschafft wurde.Und die Begeisterung ist allen anzusehen. Ich liebe diese Kinder,weil sie so dankbar und lieb und so unverdorben sind.Ich freue mich auf Pengo, auch wenn es in diesem Jahr nur ein kurzer Abstecher wird.Pengo,wir kommen

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