Gruß aus Bali – April 2019


Mit Verstärkung (Martina) sind wir Anfang April in Bali gelandet. Unser erstes Treffen war mit zehn Mädchen, die mal im Kinderheim gelebt haben und jetzt in Denpasar leben und arbeiten. Zwei haben sogar schon einen Mann und ein Kind. Treffpunkt war unser Hotel, wo sich jede eine Handtasche und ein paar Klamotten aus unseren Spenden aussuchen konnte. Danach ging es zum berühmten Tanah Lot Tempel zur Fotosession. Allerdings war der Sonnenuntergang nicht wirklich „vorbildlich“.
Am nächsten Tag waren wir dann beim deutschen Konsulat, um für Abha ein Visum zu beantragen. Sie kommt Ende Mai nach Abschluss ihres Studiums, nach Berlin. Noch ein Großeinkauf im Lotte Markt (wie immer Spaghetti für 80 Kinder), und schon ging es in den Norden. Im Boarding House wurden wir herzlich begrüßt und planten erst mal die große Party für den nächsten Abend. Alle Eltern waren eingeladen, uns mal kennenzulernen. Das läuft hier ganz unkompliziert: Man kommt an, sagt „Guten Tag “ und nimmt sich was zum Arbeiten. Alle Eltern haben fleißig geholfen, und wir hatten einen wunderschönen Grillabend mit ihnen. Auch haben wir die Filme vom letzten Sommerfest gezeigt.
Die Vermieterin kam auch noch, was allerdings nicht so schön war, denn sie beschwert sich andauernd über alles und verlangte von uns, dass wir das Haus streichen und das Tor reparieren sollten. Wir haben uns darauf geeinigt, die Zimmer zu streichen. Aber das Tor ist so alt und verrostet, das muss sie selber ersetzen.
Am nächsten Tag war dann Gartenarbeit angesetzt im Garten von Purna und seinen Eltern. Dort haben wir geholfen, Dünger unter die kleinen Bäume zu graben und alles zu gießen. Purnas Mutter und Puspa haben uns mit leckerem Picknick versorgt, und wir hatten alle viel Spaß.
Am Montag haben wir das Kinderheim besucht und wollten eigentlich dort Spaghetti kochen. Wir hatten ja alles eingekauft und mitgebracht, aber sie wollten lieber alleine kochen und brauchten unsere Hilfe gar nicht mehr. Groß geworden sind unsere „Kleinen“. Man darf dort leider keine Fotos mehr machen, so dass wir für Euch keine Kinder fotografieren konnten. An dem Tag war auch die letzte Abiturprüfung, Mahadev aus unserem Boarding House, Lina, Nanda, Amar und Arati sind jetzt fertig mit der Schule. Alle fünf wollen eine Tourismusausbildung machen. Mahadev geht wie schon auch Puspa, Purna und Abha auf die HI Schule.
Dienstag ging es dann wieder zurück nach Denpasar, weil Martina Mittwoch früh nach Singapur geflogen ist.  Wir haben uns mit Jaya und Lila getroffen und uns den neuen großen Garuda angeschaut. Kaffee und deutschen Kuchen gab es bei Michael – zum Abendessen waren wir im Lotte Markt einkaufen. Lila hat ihren Job im Hotel gekündigt, da sie sieben Tage in der Woche zehn Stunden arbeiten musste und dafür gerade mal 100 € monatlich bekam. Sie wohnt jetzt bei Jaya und sucht einen neuen Job. Wir haben den beiden aus der Vereinskasse eine Grundausstattung spendiert. Einen Topf, Teller, Becher und auch was zum Kochen.
Nach einem Tag Urlaub im Westen von Bali haben wir dann am Freitagabend im Boarding House Spaghetti gekocht. So richtige Spaghetti mit Bolognese Sauce. Zum Nachtisch gab es dann gebackene Banane mit Eiscreme. Ein richtiges Festmahl.
Nachdem wir am Samstag dann Farbe und Fahrradteile gekauft haben, sind wir alle in das neue Spaßbad gefahren und haben bis zum Ladenschluss jede Menge Spaß gehabt. Das Highlight war die lange Rutsche.
Sonntag haben wir dann fleißig geräumt, alle Wände gestrichen, und die Fahrräder repariert. Als Belohnung gab es Kaffee und Kuchen und eine kleine Besprechung mit allen, wie wir uns die Zukunft im Boarding House vorstellen. Arundati wird im nächsten Schuljahr bei uns einziehen. Auch haben wir mal gefragt, was noch so fehlt. Rausgekommen ist eine lange Shoppingliste von Unterwäsche über Rucksäcke bis zu schwarzen Schulschuhen.
Mit Puspa haben wir dann alles, bis auf die Schulschuhe von Mahesh, der Größe 46 hat. schnell besorgt. Diese Größe gibt es im ganz Singaraya nicht.
Das Abschiedsessen sollte eigentlich auf vielfachen Wunsch bei McDonald’s stattfinden, aber der ist so klein, dass wir für elf Leute dort keinen Tisch bekamen. Plan B war dann ein neues einheimisches Restaurant – das voll modern sein wollte und statt Reis nur Pommes hatte. Davon werden unsere Kinder leider nicht satt, denn ohne Reis ist es kein vollständiges Essen.
Montag früh sind Puspa und Sinta (die Schwester von Abha) zu Dr. Hilda, unserer beliebten Zahnärztin, gefahren. Sinta hatte vor über einem Jahr einen schlimmen Fahrradunfall, lag zwei Tage im Koma, hat jetzt eine Metallschraube im Kiefer. Leider fehlen ihr im Oberkiefer die vier Vorderzähne. Sie mag nicht lachen, nicht reden und ist erst 14 Jahre alt. Wir haben uns entschieden, ihr diese vier Zähne zu ersetzen. Das hat uns 180 € gekostet.  Jetzt kann sie wieder lachen, reden und niemand sagt mehr „Großmutter“ zu ihr.

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